Professionelle Website erstellen lassen: der komplette Leitfaden
Sie planen eine neue Website oder wollen Ihre bestehende modernisieren? Dieser Leitfaden geht die einzelnen Schritte der Reihe nach durch: Planung, Auswahl des Entwicklers, Launch und die Zeit danach.
1. Brauchen Sie wirklich eine neue Website?
Bevor Sie Geld investieren, stellen Sie sich diese Fragen: Finden Kunden Sie über Google? Sieht Ihre Website auf dem Handy gut aus? Laden Ihre Seiten in unter 3 Sekunden? Ist das Design aktuell, oder wirkt es veraltet? Können Besucher sofort erkennen, was Sie anbieten und wie sie Sie erreichen?
Wenn Sie bei einer oder mehreren Fragen zögern, ist es Zeit für ein Update. Das muss nicht immer ein kompletter Neustart sein, oft reicht eine gezielte Modernisierung. In meinem Artikel Warum Ihre Website Kunden verliert beschreibe ich die häufigsten Probleme im Detail. Aber wenn Ihre Website auf einem veralteten System läuft, kein SEO hat und auf dem Smartphone kaum bedienbar ist, ist ein Relaunch meistens der effizientere Weg.
2. Planung: Was muss Ihre Website können?
Definieren Sie zuerst, was die Website für Sie tun soll. Das kann sein: Anfragen bekommen, Produkte verkaufen, Ihre Fachkenntnis zeigen oder Terminbuchungen ermöglichen. Von diesem Ziel hängt alles Weitere ab.
Überlegen Sie: Welche Seiten brauchen Sie? (Startseite, Über uns, Leistungen, Kontakt, Blog?) Müssen Sie Inhalte selbst pflegen können? Brauchen Sie ein Kontaktformular, eine Buchungsfunktion, einen Shop? Welche Informationen suchen Ihre Besucher am häufigsten?
Je klarer Ihre Anforderungen, desto genauer kann ein Entwickler kalkulieren und desto schneller geht die Umsetzung. Eine grobe Seitenstruktur (auch „Sitemap“ genannt) ist ein guter Startpunkt.
3. Den richtigen Entwickler finden
Sie haben grundsätzlich drei Optionen: eine Webagentur, einen Freelancer über eine Plattform, oder einen spezialisierten Einzelentwickler. Jede Option hat Vor- und Nachteile. Einen ausführlichen Vergleich finden Sie in meinem Artikel Webentwickler finden: Agentur, Freelancer oder Einzelentwickler.
Die wichtigsten Fragen bei der Auswahl: Hat der Entwickler Referenzprojekte, die Sie sich anschauen können? Sind diese Referenzen mobilfreundlich und schnell? Ist SEO im Angebot enthalten oder ein teures Extra? Wer ist nach dem Launch Ihr Ansprechpartner für Updates und Probleme? Wo werden Ihre Daten gehostet?
Tipp: Testen Sie die Referenz-Websites des Entwicklers mit Google PageSpeed Insights. Die Ergebnisse sind aussagekräftiger als ein Verkaufsgespräch.
4. Design: Was gutes Webdesign ausmacht
Gutes Webdesign erkennt man daran, dass es funktioniert, nicht daran, wie auffällig es aussieht. Ihre Besucher sollten innerhalb von 3 Sekunden verstehen, was Sie anbieten, warum sich das Weiterlesen lohnt und was sie als Nächstes tun können.
Ein paar Grundregeln: Die wichtigste Information steht oben. Lassen Sie genug Weißraum, überladene Seiten überfordern. Verwenden Sie höchstens zwei Schriftarten. Gute Bilder helfen, dürfen die Seite aber nicht ausbremsen. Und jede Seite braucht einen klaren nächsten Schritt für den Besucher (Call-to-Action).
Responsive Design, also die automatische Anpassung an verschiedene Bildschirmgrößen, gehört heute zur Grundausstattung. Über 60% der Besucher kommen über das Smartphone.
5. SEO: Von Anfang an gefunden werden
SEO (Search Engine Optimization) sorgt dafür, dass Ihre Website bei Google gefunden wird. Wichtig ist vor allem, SEO von Anfang an einzuplanen und nicht nachträglich draufzuschrauben. Eine nachträgliche SEO-Optimierung auf einer schlecht strukturierten Website ist aufwändig und teuer.
Was technisches SEO mindestens umfassen sollte: Saubere URL-Struktur, Meta-Titel und -Beschreibungen für jede Seite, Schema.org strukturierte Daten, eine XML-Sitemap, schnelle Ladezeiten (Core Web Vitals), semantisches HTML mit korrekter Überschriftenstruktur, und ein SSL-Zertifikat (HTTPS).
Dazu kommt inhaltliches SEO: Texte, die echte Fragen Ihrer Zielgruppe beantworten. Geschrieben für Menschen, aber so gegliedert, dass Google sie versteht und richtig einordnet.
6. Sicherheit und Datenschutz
Sicherheit sollte man nicht extra dazubuchen müssen, sie gehört zum Standard. Das Minimum: HTTPS (SSL-Verschlüsselung), Security-Header (CSP, X-Frame-Options, HSTS), Schutz gegen Spam und Bots (Rate-Limiting, Captcha), und regelmäßige Updates der eingesetzten Software.
Beim Datenschutz ist im DACH-Raum die DSGVO maßgeblich. Ihre Website braucht eine korrekte Datenschutzerklärung, ein sauberes Impressum, und wenn Sie Cookies oder externe Dienste einsetzen, ein Cookie-Banner bzw. eine Einwilligungslösung. Tipp: Je weniger externe Dienste Sie einbinden, desto einfacher wird der Datenschutz. Ein Kontaktformular, das direkt auf Ihrem Server läuft, ist datenschutzrechtlich einfacher als eines über einen US-Drittanbieter.
7. Hosting: Wo lebt Ihre Website?
Hosting ist der Service, der Ihre Website rund um die Uhr erreichbar macht. Die Wahl des Hosting-Anbieters beeinflusst Ladezeiten, Sicherheit und Datenschutz. Für DSGVO-Konformität empfehle ich Hosting auf Servern in der EU.
Sie haben zwei gängige Optionen: Die Hosting-Kosten direkt beim Anbieter zahlen (typisch 5–30 € pro Monat je nach Anforderung), oder ein Wartungspaket beim Entwickler buchen, das Hosting, Updates und Support bündelt. Beide Wege haben Vorteile: Direktes Hosting gibt Ihnen mehr Kontrolle, mit einem Wartungspaket müssen Sie sich um die Technik nicht selbst kümmern.
8. Launch und die ersten Wochen
Vor dem Go-Live: Testen Sie die Website auf verschiedenen Geräten und Browsern. Prüfen Sie alle Formulare, Links und Kontaktmöglichkeiten. Kontrollieren Sie die Ladezeiten mit PageSpeed Insights. Stellen Sie sicher, dass Impressum und Datenschutzerklärung korrekt sind. Richten Sie Google Search Console ein, um zu sehen, wie Google Ihre Seite wahrnimmt.
Nach dem Launch: Beobachten Sie in den ersten Wochen, ob alles stabil läuft. Prüfen Sie in der Search Console, ob Seiten korrekt indexiert werden. Holen Sie Rückmeldungen von echten Nutzern ein und nehmen Sie sie ernst.
9. Nach dem Launch: Wartung und Weiterentwicklung
Eine Website ist kein „einmal bauen, nie wieder anschauen“-Projekt. Software muss regelmäßig aktualisiert werden, aus Sicherheitsgründen, wegen der Performance und um mit neuen Browser-Standards mitzuhalten. Inhalte müssen gepflegt werden, damit sie relevant bleiben.
Ein guter Wartungsvertrag umfasst: Regelmäßige Software-Updates und Sicherheits-Patches, Performance-Monitoring und Uptime-Überwachung, technischen Support bei Problemen, und optional Hosting und Backups. So bleibt Ihre Website auch nach Jahren sicher und auf dem aktuellen Stand.
Wenn Sie Erstellung, Hosting und Wartung lieber in einem Paket haben möchten, gibt es dafür den Website-Service, eingerichtet zum Beispiel für Bauunternehmen oder Handwerksbetriebe. Mit welchen Kosten Sie bei den verschiedenen Wegen rechnen müssen, steht im Artikel Was kostet eine Website in Österreich?.
10. Checkliste vor der Beauftragung
Bevor Sie ein Angebot unterschreiben, prüfen Sie: Ist SEO von Anfang an dabei? Ist die Website responsive (mobilfreundlich)? Wo wird sie gehostet, in der EU oder in den USA? Wer kümmert sich nach dem Launch um Updates? Bekommen Sie den Quellcode? Gibt es ein Wartungsangebot? Sind Security-Best-Practices enthalten? Ist die Datenschutzerklärung korrekt und vollständig?
Wenn Ihr Entwickler auf diese Fragen klare Antworten geben kann, ist das ein gutes Zeichen.
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